FAQ-Liste "Wesensprüfung"

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Frage:Warum ist eine Wesensprüfung für Zuchtdackel notwendig?
Antwort:
Nach der Zunahme von teils sehr tragischen Unfällen mit Hunden erliess die SKG 2006 an alle Rasseklubs die Weisung, dass ab 1. Januar 2007 für die Zulassung eines Hundes nicht nur der Formwert sondern auch des Wesens beurteilt werden muss. Damit soll erreicht werden, dass aggressive oder auch ängstliche Hunde von der Zucht ausgeschlossen werden. Die Hunde sollen sicher, Hund und Mensch gegenüber freundlich und den täglichen Belastungen der heutigen Zivilisation gewachsen sein. [AvT]


Frage:Worauf muss der Züchter achten?
Antwort:
Die langjährigen Forschungen haben gezeigt, dass das Wesen sowohl von den Genen wie auch von der Umwelt während der Prägungsphase in den ersten Lebenswochen und der weiteren Sozialisierung bestimmt wird. Aus diesem Grund liegt bereits beim Züchter in doppelter Hinsicht eine grosse Verantwortung. Er wählt die geeigneten Elterntiere aus und bestimmt, was der Welpe in seinen ersten Lebenswochen erlebt. [AvT]


Frage:Worauf muss ich beim Kauf eines Welpen in Hinblick auf die WP achten?
Antwort:
Da der Züchter bereits die Grundlagen des Wesens beim Welpen legt, ist darauf zu achten, dass die Elterntiere freundlich und nicht ängstlich oder aggressiv sind (Gene). Die ersten Lebenswochen eines Welpen sind die wichtigsten für die Entwicklung, die so genannte Prägungs- und Sozialisierungsphase. In diesen Wochen muss er fast alles lernen und kennen lernen, was er später im Leben braucht. Darum ist es äusserst wichtig, dass er in dieser Zeit möglichst viel erlebt. Die Umgebung, in der die Welpen aufwachsen muss möglichst abwechslungsreich gestaltet sein und sie dürfen auch nicht von den unterschiedlichsten Geräuschen abgeschirmt werden. Der Kontakt zu den verschiedensten Menschen und Kindern ist wichtig. Sie müssen einfach möglichst vieles an Geräuschen, Bewegungen, Böden, etc. erleben können, was sie in ihrem weiteren Leben im Alltag erwarten könnte. [AvT]


Frage:Wie kann ich meinen Hund auf eine WP vorbereiten?
Antwort:
Für eine WP müsste nicht unbedingt speziell geübt werden.
Sollte es jedoch so sein, dass es an der WP etwas gibt, das der Hund nicht kennt, weil er es nie gesehen hat, so kann man mit ihm üben, dass er sich an einen bestimmten Lärm (z.B. Rasenmäher), ein ungewohntes Flattern o.ä. gewöhnt. Aber aufgepasst: negative Erfahrungen setzen sich genauso schnell fest wie positive!

Es ist zu beachten, dass ein an sich wesenfester Hund erschrecken darf bei etwas Unbekanntem. Erholt er sich sofort davon und zeigt er nicht anhaltendes ängstliches Verhalten, wird das nicht negativ bewertet. [AvT]


Frage:Muss man für eine WP üben?
Antwort:
Für eine WP müsste nicht unbedingt speziell geübt werden.
Wenn der Züchter den Welpen gut auf’s Leben vorbereitet hat und das Erleben beim neuen Besitzer weiter geht, d.h. er mit ihm in die Stadt, auf den Bahnhof, zur Baustelle, in den Wald, zu anderen Leuten geht und der Welpe auch bei allem was im Haus passiert (Pfannengeklapper, Staubsauger, Rasenmäher) dabei sein darf, halt so alles was die Zivilisation so mit sich bringt, dann sollte er gut auf die WP vorbereitet sein. Auch Welpenspielstunden leisten da sehr grosse Dienste. [AvT]


Frage:Wie kann ich mich über das Thema Welpenentwicklung informieren?
Antwort:
Zum den Themen Prägung, Welpenentwicklung etc., gibt es verschiedene Bücher im Handel. Ausserdem wissen auch die Leiterinnen und Leiter von Welpenspielstunden viel zu diesem Thema und können weiter helfen. [AvT]


Frage:Worauf achten die Richter bei einer WP am meisten?
Antwort:
Das Wichtigste ist, dass ein Hund sich weder ängstlich noch aggressiv zeigt. Beides ist in der Zucht nicht erwünscht und sind darum Ausschlussgründe. Ob sich ein Hund temperamentvoller oder ruhiger, freundlicher oder reservierter zeigt ist von geringer Bedeutung und hat meistens auf das Bestehen der Prüfung keinen Einfluss. [AvT]


Frage:Warum gilt eine BHP nicht auch als WP?
Antwort:
Häufig wurde argumentiert, man könne mit einem Hund doch einfach eine BHP absolvieren und dann sei das Wesen auch getestet, weil ein ängstlicher Hund diese Prüfung auch nicht bestehen könnte. Ausserdem kommen ja teilweise die gleichen Übungen vor wie in der WP.
Es hat in der BHP Elemente, die auch in der WP vorkommen und ein wesensschwacher Hund kann keine BHP bestehen. Das stimmt. Der ganz entscheidende Unterschied liegt aber bei den Gehorsamsfächern. An der WP will man möglichst erkennen können, was das Wesen des Hundes ausmacht, darum muss sich der Hund möglichst frei und vom Führer unbeeinflusst bewegen, also genau das Gegenteil zum Gehorsam! Im Übrigen können und wollen nicht alle die aufwändige Ausbildungsarbeit für eine BHP auf sich nehmen. Die WP enthält zudem Prüfungselemente, die in der BHP nicht enthalten sind und zur Prüfung der sog. Alltagstauglichkeit dienen. [AvT]


Frage:Warum wird ein Hund erst ab 12 Monaten für die WP zugelassen?
Antwort:
Mit 12 Monaten ist die Entwicklung vom Welpen zum erwachsenen Hund mehr oder weniger abgeschlossen. Dies ist der Grund, weshalb die SKG vorschreibt, dass der Hund bei der Wesensprüfung mindestens 12 Monate alt sein muss. [AvT]


Frage:Warum muss ich die Original-Ahnentafel für die WP-Anmeldung einschicken?
Antwort:
Da jeder Hund für die Zuchtzulassung im SHSB unter seinem Eigentümer eingetragen sein muss, brauchen wir zur Kontrolle die Original-Ahnentafel. Die Wesensprüfung ist eine Teilprüfung zur Zuchtzulassung. (Siehe ZR SDC) Da ein Zeitplan für die Wesensprüfung erstellt werden muss und die Hundebesitzer eine Bestätigung mit Zeitangabe erhalten, muss die Ahnentafel 2 Wochen vor der Prüfung dem Organisator eingeschickt werden. [AvT]


Frage:Warum dauert eine Wesensprüfung so lange?
Antwort:
Man will den Hund in mehreren verschiedenen Situationen und unter verschiedenen Umständen sehen. Teilweise zeigt sich die Unsicherheit im Wesen erst unter anhaltendem Stress und Druck über eine gewisse Zeitspanne. Man will dem Hund damit einerseits die Chance geben sein sicheres Wesen zu zeigen, aber auch Wesensmängel aufzeigen. [AvT]


Frage:Warum wird auch die Schussfestigkeit geprüft, ich gehe mit meinem Hund doch nicht auf die Jagd?
Antwort:
Es gibt nicht nur während der Jagd Knalls. Auch im normalen Alltag knallt es ab und zu: ein Pfannendeckel, der aus der Hand rutscht und auf den Boden knallt, des Nachbars Töff oder Rasenmäher funktioniert schlecht und der Motor knallt. Nebenan wird gebaut und Eisengestänge oder Bretter knallen runter und abends läuft am Fernsehen ein Krimi, in dem kräftig geschossen wird. [AvT]


Frage:Was sagt das Resultat der WP über meinen Hund aus?
Antwort:
In erster Linie geht es hier um die Zuchtzulassung. Man will sehen, ob die Gene eines Hundes in der Zucht weitergegeben werden sollten. Ein Hund, bei dem die Ängstlichkeit oder die Aggressivität trotz bester Vorbereitung vom Züchter bis zum neuen Besitzer, an der WP noch sichtbar wird sollte nicht in der Zucht verwendet werden.
Zum anderen erfährt der Führer einiges Neues über die Eigenschaften, Stärken und Schwächen seines Hundes, die er bislang eventuell nicht wahrnahm. Die Hunde sind so vielfältig wie die Menschen! [AvT]


Frage:Wie oft kann man mit dem selben Dackel an einer WP antreten?
Antwort:
Wenn ein Dackel die WP nicht bestanden hat, kann man mit diesem nochmals an einer WP mit anderen Richtern teilnehmen.


Frage:Wo finde ich auf der SDC-Homepage eine kurze/knappe Liste der Voraussetzungen, welche zur Anmeldung des Hundes für die FW + WP berechtigen? An wen ist die Anmeldung zu richten?
Antwort:
Eine Übersicht der Formwertbeurteilungen und der Wesensprüfungen betr. Ort und Termin findet man auf der Dackel-HP unter Aktivitäten >> Jahresprogramm SDC

Zugelassen sind Dackel, die im SHSB eingetragen sind und für die WP min. 12 Monate und für die FW min. 15 Monate alt sind.

Die Meldestelle ist jeweils auf dem Meldeformular vermerkt.

[fw-wp@dackel.ch]


Frage:Wie soll ein Dackel in seinem Wesen sein?
Antwort:
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Im Wesen freundlich,
weder ängstlich noch aggressiv, mit ausgeglichenem Temperament. Er ist ein passionierter, ausdauernder, feinnasiger und flinker Jagdhund. [FCI - Standard Nr. 148]


Frage:Was ist eine Verhaltensbeurteilung?
Antwort:
Man kann nicht trennen, was tatsächlich ererbt, also genotypisch oder angeboren, und was lediglich antrainiert und gelernt ist. Ferner hat jeder Rasseklub eine andere Definition von Wesensfestigkeit. Man sollte daher nicht von einem Wesenstest oder einer Wesensprüfung, sondern von einer Verhaltensbeurteilung sprechen. [AAV/SKG]


Frage:Welches sind die nächsten Prüfungstermine?
Antwort:
04. Sep. 2010 / OG Nordwest SDC (E. Blum, Y. Thönen)
23. Okt. 2010 / OG GR/TI in Maienfeld (E. Schnider, K. Hartmann)
14. Nov. 2010 / OG GRAT in Versoix (E. Schnider, V. Rüedi)


 

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Page 1711 - Last modified: January 4, 2009