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der Schweizerischen Jagdzeitung von A. Ziegler |
Mit Ende 1924 hat der Schweizerische Dachshund Club 22 Jahre seines Bestehens zurückgelegt, wenn wir den Sonntag, den 28. Dezember 1902, an welchem die erste Generalversammlung in der Bayrischen Bierhalle Bühler in Basel stattfand, als seinen ersten Geburtstag bezeichnen wollen. Da das Protokoll der konstituierenden Versammlung in Olten mir bei Übernahme des Schriftführeramtes, das ich seit dem 18. April 1914 bis heute ununterbrochen zu führen die Ehre habe, nicht übergeben wurde, so muss ich mich bezüglich meiner Angaben über die Gründer unseres Clubs an die mir von Herrn H. Siegwart gegebene Auskunft halten, wonach der erste Präsident und eigentliche Gründer Herr von Arx war. Die Herren August Heer, H. Siegwart und Fornerod waren ebenfalls bei dieser Versammlung in Olten zugegen. Im Jahresbericht 1904 anlässlich der Generalversammlung 1905 in Zürich wird laut Protokoll der damals schon verstorbene Herr Schoop als Gründer genannt, dessen Verdienste bei dieser Gelegenheit ehrend gedacht wurde. Das von ihm innegehabte Schatzmeisteramt übernahm nach seinem Tode Herr Endemann, Luzern. Vierzehn Mitglieder finden wir im Protokoll der ersten Generalversammlung vom 28. Dezember 1902, Basel, verzeichnet, ein kleines aber zielbewusstes Häuflein, und fast alle Gebrauchshundemänner, von denen der Grossteil leider inzwischen in die ewigen Jagdgründe hinübergewechselt ist. Nur zwei feste Säulen hielten stand und sind bis heute die Unsrigen geblieben: Eichholzer und Siegwart. Möge ein gütiges Geschick und Dianas Gunst sie uns noch lange erhalten! |
Die ursprüngliche Zusammensetzung dieser ersten Mitgliedschaft des S.D.C. schon liess die Tendenz klar erkennen, welche auf die Hebung der Zucht des Dachshundes unter gleichzeitiger Berücksichtigung seiner jagdlichen Leistungen hinzielte. Von jeher hat zwischen Jägern und Kynologen in ihrer Stellungnahme zum Dachshunde ein fast unüberbrückbarer Gegensatz bestanden. Während für den Kynologen, will sagen Züchter, lediglich für die Ausstellungen, letztere Selbstzweck sind, erstrebt der nicht minder hundefreundliche und -verständige Jäger in richtiger Erkenntnis der dem Dachshund von Natur innewohnenden glänzenden jagdlichen Eigenschaften den edlen, zuverlässigen Jagdgehilfen, um mit ihm die Jagd nach weidmännischen Grundsätzen ausüben zu können. Wenn dieses einzig wahre Endziel der Teckelzucht heute noch immer nicht Gemeingut aller Züchter geworden ist, so tragen die Hauptschuld daran die durch eine gewisse kynologische Presse begünstigten Auswüchse der Sportzucht, die für die Jagdhunderassen und besonders für den Teckel keine Berechtigung haben. Wer die Artikelschlachten über das Thema "Ausstellungsteckel - Gebrauchsteckel" zu Anfang dieses Jahrhunderts im deutschen kynologischen Blätterwalde hat rauschen hören, der kennt die unfairen Waffen, mit denen namentlich auf der "Händlerseite" gefochten wurde, die weder Interesse noch Verständnis für jagdkynologische Bestrebungen hat und deren für die Gebrauchsteckelzucht rückschrittliche Tendenz keine Anlehnung zulässt. Auch unserem Schweizerischen Dachshund Club blieben ähnliche Kämpfe nicht erspart, aber sie blieben - Hubertus sei Dank! - in der Hauptsache Aufklärungskämpfe, auf welche die Verse von O.'s keine Anwendung fanden: |
Es kommt mit Macht die neue Zeit,trotz allem Dawidereifern. |
Der einsichtige Teil der Ausstellungszüchter liess dem anfänglichen Widerstande die bessere Erkenntnis folgen, dass einseitiges Hundematerial, lediglich wegen blendender Äusserlichkeiten, nicht an die Spitze gehört und schwört heute mit auf der Gebrauchshundefahne. Jeden unbekennbaren Verneiner aber mit dem typischen Überlegenheitsdünkel des Mannes, der seine eigene Begriffsstutzigkeit grundsätzlich und mit Erfolg ignoriert, lassen wir ruhig auf der Seite stehen und sein Anathema schreien. |
Schon in seiner ersten Hauptversammlung sehen wir den jungen S.D.C. die Gebrauchshundefrage ventilieren, in dem zwei Vorstandsmitglieder, Hauptmann Berdez und A. Meyer, beauftragt wurden mit dem S.V.P.J. (Schweizerischer Verein für Prüfung von Jagdhunden) und dem Schliefklub Bern (B.S.K.) Unterhandlungen betreffend Benützung ihrer Schliefplätze anzuknüpfen, die von Erfolg begleitet sind. Auf Hugo Siegwarts Anregung hin wird in der zweiten Generalversammlung vom 1. Februar 1903 in Aarburg beschlossen, sich an der im Frühjahr von der Sektion Waldstätten geplanten Ausstellung in Luzern zu beteiligen und im unmittelbaren Anschluss daran ein Clubschliefen dort abzuhalten. Die Bestimmung, dass alle zum Schliefen gemeldeten Hunde auch zur Ausstellung gemeldet werden mussten, ist bezeichnend für das hohe Ziel, das sich der junge Verein gesteckt hatte. Für die Luzernen Ausstellung, wie auch für die im gleichen Jahre in Lausanne geplante, wird je ein silberner Becher für beste Zuchtleistung gestiftet; desgleichen wird die beste Leistung im offenen Schliefen mit einem besonderen Ehrenpreis bedacht. Bis zum Inkrafttreten eines gemeinsamen Schliefenreglements zwischen den drei bestehenden schweizerischen Prüfungsvereinen S.V.P.J. , B.S.K. und S.D.C. sind die Herren H. Siegwart und Fornerod beauftragt, ein Reglement nach den in einer ausserordentlichen Generalversammlung bestimmten Grundsätzen für den S.D.C. auszuarbeiten, auch die Abhaltung einer Schweissprüfung, ebenfalls im Anschluss an die Luzerner Ausstellung, wird beschlossen. |
Mit Beginn des Jahres 1904 trat in der Leitung des Clubs insofern eine empfindliche Störung ein, als der erste Vorsitzende, Herr A. Heer, wegen dauernder Übersiedlung nach München zurücktreten muss. Desgleichen der zweite Vorsitzende, Herr Hauptmann Berdez, wegen sonstiger starker Inanspruchnahme. Herr P. Schoop, der stets opferbereite Kassier, muss wegen Krankheit ebenfalls sein Amt niederlegen und wird dem Freundeskreis leider bald darauf durch den Tod entrissen. In der Generalversammlung vom 14. Februar 1904 wird als erster Vorsitzender Herrn Ing. Fornerod einstimmig gewählt. Das der Club mit dieser Wahl keinen Missgriff getan, zeigte sich bald in der energischen und zielbewussten Art und Weise, mit der auch in der Folge die Vereinsgeschäfte behandelt und erledigt wurden. Von 1904 bis 1909 und später nochmals von 1913 bis 1915 amtierte Herr Fornerod als erster Vorsitzender und hat während dieser langen Jahre seine ganze Kraft, als stets opferwilliger, passionierter Teckelfreund, erfolgreicher Züchter und Jäger dem S.D.C. gewidmet. Seinem Zwinger "vom St. Gotthard" verdanken wir eine ganze Reihe guter und schöner Dachshunde, namentlich Rauhhaar. |
Die Jahre 1904, 05 und 06 brachten dem S.D.C. einen namhaften Zuwachs an Züchtern und Gebrauchshundmännern, wie Dr. Albrecht, dessen prächtige, rote Kurzhaarige lange Jahre hindurch die Zierde der Ausstellungen bildeten, von Arx-Müller, Glarus, den erfolgreichen Kurzhaarzüchter, Apotheker Hans Heer, den humorvollen, unverwüstlichen Gebrauchshundmann, Buchhändler Albert Müller, Zürich, den verdienstvollen Verleger des ersten Vereinsorgans "Correspondenzblatt für Jagd- und Hundeliebhaber", A. Ruosch-Tellsplatte und endlich unsere bis zur Stunde noch "Aktiven" Kreisförster Bruggisser, Zofingen, der für die Clubinteressen Immertätige, Franz Wirth, Aarau, unser verdienter Schliefplatzmeister und Züchter scharfer, vielseitiger Gebrauchsteckel, und Gustav Schatzmann, Brugg, der ebenfalls oft begehrte Richter an unseren Prüfungen. Diesem weidgerechten Dreiblatt ist das bekannte Verschen: |
"Ob auch verwittert die Gestalt, Ein Weidmannsherz wird niemals alt!" |
auf den Leib geschrieben. |
Auf Antrag von Arx wird 1906 der Beitritt zum Deutschen Teckelklub Berlin beschlossen. Die bei Anlass der internationalen Hundeausstellung in Zürich im gleichen Jahre vom S.D.C. veranstaltete Kollektivausstellung wurde mit 65 Teckeln aller Varietäten beschickt, von denen die Mehrzahl sich im Besitze der Mitglieder befanden. Leider waren an dieser Ausstellung die Gebrauchsprüfungsklassen, die in Zürich zum ersten Mal mit hohen Geldpreisen dotiert worden waren, wenig zahlreich besetzt. Bei den, in Verbindung mit dem S.V.P.J. in Zofingen abgehaltenen Schliefenprüfungen, waren es wiederum in der Mehrzahl Mitglieder des S.D.C., welche Hunde gemeldet hatten, und nun entschloss sich der Club, einen eigenen Schliefplatz mit Raubzeugzwinger zu erstellen. Durch Franz Wirths Vermittlung wurde von Herrn Ryniker im Binsenhof bei Aarau ein geeigneter Platz für den Kunstbau und Raubzeugzwinger gegen eine jährlich zu entrichtende minime Entschädigung zur Verfügung gestellt. Um die Kräfte des Vereins ganz auf die Erstellung des Schliefplatzes und die Durchführung der Prüfungen zu konzentrieren, wird von der Veranstaltung einer weiteren Kollektivausstellung im Anschluss an die Hundeausstellung in Luzern 1907 abgesehen und bestimmt in diesem Jahre das erste offizielle Preisschliefen, offen auch für Hunde von Nichtmitgliedern, am eigenen Schliefplatz Binsenhof abzuhalten. Und so bringt das Jahr 1907 das erste Schliefen am Binsenhof, das, sehr gut beschickt, zur allgemeinen Zufriedenheit verläuft, zu welchem guten Resultat die Bereitwilligkeit des Schliefplatzmeisters Wirth, sich in uneigennütziger Weise für die Einarbeitung von Hunden zur Verfügung zu stellen, nicht wenig beigetragen hatte. Die damalige Richterliste für die Ausstellungen bringt u.a. auch die Namen der bekannten deutschen Teckelmänner, wie von Otto, Hof, Asbeck, Hampe, Dr. Steffens und Prösler. |
Im gleichen Jahre 1907 konnten auch die Statuten, welche vom Vorstande einer gründlichen Revision unterzogen worden waren, nebst einem Anhang, enthaltend die Erläuterungen der Beziehungen zur S.K.G. und den Deutschen Teckelklub, den neu fixierten Mitgliederbeitrag (12 Fr.) und die Bekanntgabe des offiziellen Cluborgans "Zentralblatt für Jagd- und Hundeliebhaber" herausgegeben werden. |
Die Prüfungsveranstaltungen für das Jahr 1908 wurden auf Antrag Wirth so angeordnet, dass im Mai oder Juni ein offenes und Siegerschliefen, im Juli oder August das Jugendschliefen, im Oktober die Stöber- und Schweissprüfung und im November oder Dezember das Schliefen auf Dachs abzuhalten sein. Also rege Arbeit auf der ganzen Linie, die allerdings an den Vereinssäckel grosse Anforderungen stellte. Um den finanziellen Beklemmungen zu begegnen, empfiehlt Herr Otto Rahm, der nachmalige verdiente Präsident der S.K.G., dessen fürsorgliche Unterstützung unserer Bestrebungen der S.D.C. in der Folge noch des öfteren zu Verdanken Gelegenheit hatte, den Delegierten im erweiterten Vorstand der S.K.G., seinen Antrag bei derselben, betreffend Reduktion der Beiträge an die S.K.G., von 5 Fr. auf 3 Fr. per Mitglied, zuzustimmen. Starke geschäftliche Inanspruchnahme und der dadurch bedingte Zeitmangel veranlassen in der ausserordentlichen Generalversammlung vom 12. Juni 1909 den Rücktritt des ersten Vorsitzenden, Herrn Fornerod, und zugleich den des Aktuars, Herrn Nissen, an deren Stelle die Herren Apotheker Hans Heer und Dr. Albrecht, Basel, gewählt werden. Im Jahre 1910 treten neue erhebliche Ausgaben an die ohnehin ganz schwache Clubkasse heran, da der vor vier Jahren in Holz erstellte Schliefplatz einer gründlichen Verbesserung unterzogen werden muss, weil ,unbrauchbar geworden. So mussten die ordentlichen Schliefen 1910 ausfallen, und es fand dafür in Basel ein Schliefen auf Dachs statt, an welchem sechs Hunde geprüft wurden und durchweg gute Arbeit leisteten. |
Am 8. Juli 1911 konnte der renovierte Kunstbau auf dem Binsenhof eingeweiht werden mit einem Jugendschliefen unter Beteiligung von neun geprüften Hunden. Das offene Schliefen auf Fuchs fand gleichen Jahres im November statt unter Beteiligung von elf Hunden, während die Schweissprüfung wegen Reviermangels diesmal ausfallen musste. |
Die 5. Kollektivausstellung des Clubs in Zürich 1912 war mit 76 Hunden beschickt mit sehr gutem, zum Teil vorzüglichem Material. |
Die Bau- Schweiss- und Stöberprüfungen 1913 verliefen in befriedigender Weise, besonders bot das offene Schliefen diesmal Gelegenheit zu interessanten Vergleichen, da sich der Schweizerische Foxterrier-Club daran beteiligte. Unser Krummbein bestand ehrenvoll im heissen Wettkampf. |
Das verhängnisvolle Jahr 1914 brachte uns mit den Vorarbeiten für die grosse internationale Hundeausstellung (verbunden mit der schweizerischen Landesausstellung in Bern) eine Fülle reger Tätigkeit, namentlich die Permanente, für deren würdige Ausstattung alles mögliche geschehen war. Ein Kunstbaumodell von Architekt Durrer, Zürich, nach Wirths Angaben ganz vorzüglich in erdfarbigem Plastellin ausgeführt, erregte viel Aufmerksamkeit und Bewunderung. Ausserdem war der Stand des S.D.C. ausgeschmückt mit den grossen ausgeführten Bildern der drei Teckelvarietäten, Schädeln von Dachs, Fuchs und Teckel, Stammbäumen hervorragender Zuchtstämme usw. Das Preisgericht der Schweizerischen Landesausstellung Bern S.L.A.B. verlieh dem S.D.C. die "Silberne Medaille". |
Von den zirka 70 gemeldeten Hunden traten leider nur drei in der Gebrauchsprüfungsklasse an. |
Infolge des endgültigen Rücktritts der beiden Vorsitzenden, Herren Fornerod und Oser, musste der Vorstand zu Ende 1915 wieder neu bestellt werden. Oberförster Conrad ersetzte Herrn Fornerod, Kunstmaler Schott Herrn Oser, Schatzmeister wurde Oberförster Meyer. Schliefplatzmeister Wirth und Aktuar Ziegler amtierten weiter. Mit den zunehmenden Kriegsnöten begann auch eine schwierige Zeit für den S.D.C. , die sich besonders in der durch die allgemeine Teuerung hervorgerufenen Zuchteinschränkung sowie auch in den immer mehr zutage tretenden Schwierigkeiten zeigte, die der Abhaltung der Gebrauchsprüfungen sowohl wie auch derjenigen einer längst geplanten Spezialausstellung hindernd entgegen traten. Öfter als vorher üblich fand sich der Vorstand zur Beratung und Erledigung der Vereinsgeschäfte zusammen. Da er seine vornehmste Aufgabe in der Lösung der Gebrauchshundfrage und aller damit zusammen hängenden Umstände erblickte, womit die Abänderung resp. Ergänzung der Statuten Hand in Hand ging, so stellt Wirth in der Vorstandssitzung vom 25. Januar 1916 den Antrag, nach dem Muster des Deutschen Teckelklubs vorzugehen. Zugleich erklärt er sich bereit, die Angelegenheit vorzubereiten und der nächsten Generalversammlung vorzulegen. |
Dass die Vorstandswahl laut Statuten alljährlich stattzufinden hatte, erwies sich in der Folge als unzulängliche Bestimmung, die geeignet war, die Arbeitsfreude der Vorstandsmitglieder unter Umständen zu stören, und so wurde auf Antrag Fornerods in der Generalversammlung 1918 in Langenthal die Amtsdauer derselben auf drei Jahre festgesetzt. Diese Massnahme bedeutete für den derzeitigen Vorstand eine erhebliche Unterstützung seiner Intentionen, und mit diesem Momente wurde unverzüglich an die gestellte Aufgabe herangeschritten, das bisherige Prämierungssystem unserer Ausstellungen, das nur auf Einseitigkeit punkto Körperform, ohne Rücksicht auf jagdliche Anlagen und Leistungen basiert, entsprechend abzuändern. Eine sechsköpfige Kommission wurde für die Behandlung der Angelegenheit bestimmt und die Mitglieder durch Zirkular verständigt. Auf Anregung des Schreibers ds. wird die "Schweizerische Jagdzeitung" als zweites Vereinsorgan bestimmt. Zugleich wird auch der Beitritt des S.D.C. zum "Deutschen Gebrauchs-Teckelklub" als Kollektivmitglied beschlossen. |
Im Jahre 1919 erscheint im Verlag des "Aargauer Tagblattes" in Aarau Franz Wirths Büchlein: "Der Dachshund als Gebrauchshund", just in dem Momente, da wir es als schätzendes Hilfsmittel für unsere Bestrebungen am besten brauchen konnten. Das für jeden Gebrauchsteckelzüchter und Führer unentbehrliche Werk ist von berufener Seite gebührend gewürdigt und empfohlen worden und erfüllt seinen Zweck in hervorragender Weise. Seinen Dank dafür, wie auch für die allgemeinen, grossen Verdienste Wirths um den S.D.C. seit seinem Bestehen drückte letzterer an der Generalversammlung vom 9. August 1919 aus durch Ernennung Wirths zum Ehrenmitgliede des Clubs. |
Auch in den Jahren 1919 und 1920 werden die jagdlichen Veranstaltungen wieder stark gehemmt durch die grassierende Maul- und Klauenseuche u.a.m. Die Abänderung des Prämierungssystems beschäftigte als Haupttraktandum auch die Generalversammlungen 1922 und 1923 intensiv. An der Letzten endlich, wurde bezüglich Vergebung des Schweizerischen Siegertitels, folgende Vereinbarung zum Beschluss erhoben: |
"Der Schweizerische Siegertitel kann in Zukunft nur an solche Dachshunde (Rüde oder Hündin) verliehen werden, die ausser dem ersten Preis der Offenen Klasse mit Qualifikation "vorzüglich" entweder einen zweiten Preis im offenen Schliefen oder einen zweiten Preis in der Stöberprüfung und einen zweiten Preis in der Schweissprüfung an den Gebrauchsprüfungen des S.D.C. errungen haben. Die Vergebung des Siegertitels untersteht dem Urteil zweier Richter." |
Die Fassung für die Vergebung des ersten Preises der offenen Klasse wurde ebenfalls vorbereitet in nachstehender Form, ohne indes definitive Beschlussfassung erlangt zu haben: |
"Der erste Preis der offenen Klasse kann in Zukunft nur noch an einen Dachshund oder Hündin vergeben werden, der ausser der Qualifikation "vorzüglich" mindestens einen dritten Preis im Schliefen oder einen dritten Preis in der Schweissprüfung oder einen dritten Preis in der Stöberprüfung erhalten hat." |
Einen Markstein in der Chronik des S.D.C. bildete die Jubiläumsausstellung in Luzern am 5. und 6. Mai 1923, wo die Gebrauchsprüfungsklasse zehn Hunde stellte. Hervorragend war die Kollektion der Rauhhaarigen, die bei uns seit dem letzten Dezenium gewaltig an Boden gewonnen haben. Der Schweizerische Siegertitel konnte in Luzern nicht verliehen werden, weil kein Kandidat zur Stelle war, der den Bedingungen entsprochen hätte. |
Zu Anfang 1923 übernahm Herr Gerber-Demme, Bern, unser eifriger Gebrauchsteckelmann, die Funktionen des ersten Vorsitzenden, die alte Garde ab 1915 blieb zusammen, wodurch der Grund für eine erspriessliche, harmonische Zusammenarbeit gelegt wurde, denn die Vorstandsmitglieder konnten an der Erreichung klar gesteckter Ziele in nie getrübter Eintracht arbeiten, kräftig unterstützt von treu erprobten und immer bereiten Stützen wie Bruggisser und Honegger, Bremgarten, die den seltenen Vorzug besitzen, dass es ihnen "nie zuviel" wird, Schatzmann, Durrer u.a.m. |
Im Jahre 1920 traten wir mit dem Deutschen Gebrauchs-Teckelklub (D.G.T.K.) in Beziehungen, die sich in der Folge immer intensiver gestalteten und indirekt zum Aufschwung, den der S.D.C. in den letzten Jahren zweifellos genommen hat, nicht wenig beitrugen. Ohne befürchten zu müssen dabei in den Zustand einer gewissen jagdkynologischen Inseriorität zu verfallen, haben wir uns das fachlich vorzüglich ausgearbeitete Prüfungssystem des D.G.T.K. zu eigen gemacht und in gewisser Beziehung auch unser Gebrauchshundematerial durch Zufuhr erprobten Blutes verbessert. So hat beispielsweise die Anwendung des Punktsystems bei den Prüfungen eine in allen teilen präzise und gerechte Beurteilung der Prüflinge herbeigeführt, so dass heute jeder Hund, der eine erstklassige Arbeit leistet, auch seinen wohlverdienten ersten Preis erhält und sich nicht secundum ordinem mit einem Zweiten oder Dritten begnügen muss, und das heute unsere Richter bei den Schweissprüfungen sich auch an der Arbeit braver Totverbeller erfreuen können - ,ein Stimulus für unseren jägerischen Nachwuchs-, verdanken wir auch dem Material des D.G.T.K. |
Seit drei Jahren bewegen sich unsere Mitgliederziffern und die Anmeldungen zu den Gebrauchsprüfungen in aufsteigender Linie, und schon sind wir genötigt, Jugendschliefen und Schweissprüfungen zu trennen und für letztere, wie auch für die offenen Schliefen, zwei tage vorzusehen, um nicht, wie im vergangenen Jahre, an diesen noch spät mit der Laterne arbeiten zu müssen. |
Bald kann der S.D.C. auf 25 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Von Senilität bei ihm keine Spur, im Gegenteil! Frische, rüstige Arbeit auf der ganzen Linie, in Zucht und Führung des edlen, scharfen Gebrauchs-Teckels! Das vermag jeder deutlich zu empfinden, der Gelegenheit hatte, in unsere Vereinsgeschichte hineinzublicken. Wer die Art der Teilnahme der Mitglieder an unseren Prüfungen usw. beobachtet und den Hauch des Geistes spürte, der den S.D.C. durchweht, der kann sich unmöglich des Eindrucks erwehren, dass da ein mit Luft und Kraft vorwärtsstrebendes Element an der Arbeit ist. |
Dankend sei bei dieser Gelegenheit noch besonders gedacht der alljährlichen finanziellen Unterstützung welche die S.K.G. und der Aargauische Jagdschutzverein unseren Bestrebungen angedeihen lässt. |
Wenn ich nachstehend vom Gebrauchshundematerial des S.D.C. nur eine beschränkte Anzahl Hunde im Bilde bringen kann und nicht nur gute Hunde aus dem ersten Jahrzehnt, so liegt die Schuld daran, dass die betreffenden Photos oder Clichés nicht mehr herbeizuschaffen waren, wie z.B. vom Zwinger "Reckenbühl", "St. Gotthard" u.a.m. |
Ich beginne mit den Gebrauchshunden Franz Wirths, Zwinger "von Aarau". Vom Waldrande auf der Rebhalde grüsst sein schönes Jägerheim herunter, aus dem er mit ein paar Schritten sein Revier betreten kann. In enger Stadtwohnung könnte ich mir den alten Wild- und Waldfreund auch gar nicht denken! Da er sich über sich und seine Verdienste verteufelt ungern "interviewen" lässt, so hielt es schwer, ihn zu einem Privatissimum über seine Zuchterfolge zu stellen, so gern er auch sonst immer bereit ist, zum Zwecke der Belehrung aus dem reichen Schatze seiner jagdlichen Erfahrung Laut zu geben. Aber "nüt nahla gwinnt" sagt der Berner, und so erfuhr ich, dass er seit seiner Jugend stets Bodenhunde hielt, "echte Bastarde aller Varietäten", wie er launig meinte, von denen der Erste (1876) ein Teckelchen von zirka 26 Pfund war. Als erster Versuch mit Rasseteckeln zieht 1900 in Aarau ein: "Hexe vom Jägerhaus" (Jsermann) S.H.S.B. 1984, gedeckt von "Cronje vom Jägerhaus". Schon an dieser ersten Erwerbung lässt Wirth das für die Zucht scharfer Gebrauchshunde einzig richtige Prinzip erkennen, nur scharfe Hündinnen zu verwenden, dem er auch bis heute treu blieb. |
"Hexe vom Jägerhaus" machte am Schliefen des S.V.P.J. 1901 ersten Preis. Was von den Nachkommen dieser Hündin abgegeben wurde, ging nur in Jägerhand und wurde vom Züchter später wieder zur Zucht herangezogen. 1907 wurde eine scharfe Hündin "Waldine" erworben (ohne Stammbaum), die einen ersten und dritten Schliefenpreis und zwei zweite im Stöbern machte, und von "Minor-Dornap" belegt wurde. Später von "Mentor-Ditimarisa" belegt, ging sie zwei Tage vor dem Werfen ein. 6,1 hätten fallen sollen. Züchterpech! Im Wurfe von "Minor-Dornap" lagen Nixli von Aarau" Rauhhaar. (Erster Preis Jugendschliefen S.D.C. 1908, zweiter Preis offenes Schliefen auf Dachs S.D.C. Basel 1911), und der nachmalige, brave "Mutti 1 von Aarau", der später nach Riga ging (erster Preis und Ehrenpreis S.D.C. auf Dachs 1911 und zweiter Preis Schliefen auf Dachs Riga 1914). Aus der rauhaarigen Tigerhündin "Sämeli v. Lungern" (einer Fuchssprengerin ohnegleichen), die später an Honegger, Bremgarten, ging und im offenen Schliefen des S.D.C. ersten Preis erhielt, züchtete Wirth u.a. den rauhhaarigen Tiger "Mutti 1 von Aarau", der mit neuen Monaten am Jugendschliefen 1911 ersten Preis errang, ferner die beiden braven Gebrauchshündinnen "Gretel" (Disch) und "Nelly" (Durrer) und endlich die brave, scharfe "Zanggerli 1 von Aarau", eine in allen Sätteln gerechte Gebrauchshündin mit vielen hohen Auszeichnungen in allen Prüfungszweigen. |
Aus der Hündin "Kätchen von Aarau" aus der "Hexe vom Jägerhaus", die Herr Trutmann-Siegwart erworben hatte, züchtete Wirth nach obigem "Mutti 1" den famosen "Purzel von Aarau", der die ähnlichen vielseitigen Leistungen aufwies, wie "Zanggerli von Aarau". |
Aus diesen beiden bewährten Zuchthunden "Purzel" - "Zanggerli" stammte der gebrauchstüchtigste Hund, den Wirth je besessen, " Mutti II von Aarau", geworfen 1912, mit dem sein Besitzer innerhalb sechs Jahren 73 Dachse und viele Füchse erbeutete. Ein Sohn von "Mutti II" aus "Hexli" (Trutmann) war der leichte, kurzhaarige brave "Nicki" geworfen 1917 am 3. Juni. Schon am 27. Oktober 1917, erst etwas über vier Monate alt, errang dieser kleine Bursche an unserer Schweissprüfung den ersten Preis, und die Teilnehmer an derselben werden sich noch mit Vergnügen der passionierten sicheren Arbeit des Junghundes erinnern, der es auch in der Folge bei allen von ihm besuchten Prüfungen nicht unter dem ersten Preis tat; denn 1918 holte er sich noch einen ersten Preis am Jugendschliefen, offenen Schliefen und an der Schweissprüfung. |
Von "Mutti II" aus "Nell" (Durrer) fiel u.a. auch die brave "Maus-Aarau", die 1917 am offenen Schliefen den ersten Preis und im gleichen Jahre an der Schweissprüfung den dritten Preis holte. Bei ihrem Namen steigt mir aus der Erinnerung unter andern lieben Jagdfahrten mit Freund Wirth auch die unvergessliche Dachsjagd auf, als wir mit "Maus", die hochträchtig war, meinem braven "Janusch" und dem flotten Maultier, das die Grabwerkzeuge usw. trug, ausgezogen und erst nach harter Grabarbeit Grimmbart mit Hilfe der beiden braven Hunde spät abends erbeuteten. Seine eminente Vererbungskraft hat "Mutti II" u.a. auch in "Waldine von Aarau" bewiesen, eine ebenfalls hervorragende Gebrauchshündin, die sich heute im Besitz von Herrn Stäger, Villmergen, befindet und an unseren Prüfungen nur erste und zweite Preise holte. Sie ist m.E. auch körperlich eine der besten von Wirth gezüchteten Hündinnen und es wäre schade, wenn sie nicht weiter zur Zucht verwendet würde. Aus ihr fiel nach unserem Kleinrauhhaar und Totverbeller "Klecks v.d. Abtshecke" die leichte ausgezeichnete "Zita v. Aarau", ebenfalls eine hochklassige Gebrauchshündin mit zwei ersten Preisen am offenen Schliefen und Schweissprüfung, nebst Qualifikation zum ersten Preis an der letzten Stöberprüfung 1924 in Rheinfelden, wo sie ausser Konkurrenz gemeldet war. |
Zurzeit ist's im Zwinger "von Aarau" etwas still geworden, da die starke geschäftliche Inanspruchnahme den Besitzer fast nicht dazu kommen lässt, sich in Ruhe züchterisch und jagdlich zu betätigen. |
Heute stehen im Zwinger noch der rauhaarige "Blitz von Aarau" S.H.S.B. 16398 aus obiger "Waldine" 14982 nach "Schlupfer von Gerberloh" 14934, ein tadelloser Schweisshund und Bauarbeiter (Würger), der beim letzten offenen Schliefen ersten Preis und Ehrenpreis holte und versuchte, den Fuchs herauszuziehen. Auch an der Schweissprüfung holte er ersten Preis und am Stöbern in Rheinfelden, wo er ausser Konkurrenz lief, Qualifikation zum zweiten Preis. Sein Zwingergenosse ist der knapp ein Jahr alte "Waldi v.d. Au" 19082 vom bekannten Totverbeller "Schnurres v. Heggraben" des Herrn Dr. Bitzel, Basel, aus "Nelly v.d. Au", 16400. |
Was die Wirth'schen Hunde von jeher auszeichnete, ist ihre nie versagende Schärfe, Nase, Passion unter und über dem Boden, also jagdliche Vielseitigkeit, ferner das durch alle Generationen todsicher vererbte prächtige Gebiss und richtige harsche Haar. Auf diese Vorzüge hin war von jeher die ganze Zucht Wirth's eingestellt; was darin versagte, kehrte einfach eines Tages vom Reviergange nicht mehr zurück! |
Möge der Zwinger "von Aarau" dem S.D.C. und einer weiteren weidgerechten Jägerschaft noch recht viele seiner vielseitigen Gebrauschshunde bescheren, wir können sie nicht entbehren! Vivant sequentes! |
Was die Ausführung der nachfolgenden Bilder betrifft, die mit wenig Ausnahmen nicht gut ausgefallen sind, muss darauf hingewiesen werden, dass uns in der Schweiz bis heute Fachphotographen für Hundeaufnahmen, wie Sickel u.a.m. leider fehlen und die Clichés daher nach von Amateurphotographen hergestellten Bildern angefertigt wurden. In natura präsentieren sich die meisten viel besser, was ihre Ausstellungserfolge auch beweisen. |
"Waldine von Aarau" S.H.S.B. 14982, schwarzrot,
Rauhhaar. |
"Blitz von Aarau" S.H.S.B. 16398, schwarzrot,
Rauhhaar. |
"Nicki von Aarau", schwarzrot, Kurzhaar. |
Da der Wirth'schen Zucht entstammend, lasse ich hier die beiden Hunde des eifrigen Gebrauchshundmannes Fabrikanten Disch-Schatzmann in Othmarsingen folgen. Es sind Kinder des "Schlupfer von Aarau" aus "Grethel-Disch" beide kurz-rauhhaarig. |
"Nelly Disch", schwarzrot, SHSB 16330. Scharfe und zuverlässige Bauhündin erhielt 1923 im Jugendschliefen 1. Preis, in der Schweissprüfung 3. Preis und im offenen Schliefen ebenfalls 1. Preis und Ehrenpreis. |
"Natzi Disch" der Wurfbruder obiger, S.H.S.B. 16338, zeigte sich bei der Aufnahme durchaus nicht, sehr scharfer Rüde, der bei der Bauarbeit ebenfalls, wie "Blitz von Aarau", den Fuchs aus dem Bau zu ziehen sich bemüht, machte auch am letzten Hauptschliefen 1924 1. Preis und Ehrenpreis und gewann den Spezialpreis Uhlig. |
Im Mai 1920 erwarb ich vom Stammbuchführer des D.G.T.K., Herrn W. Kircher in Langenselbold, den Rauhhaar-Rüden leichten Schlages und Totverbeller "Klecks von der Abtshecke", nach langen Unterhandlungen; denn nur schwer konnte sein Herr sich von seinem braven Hunde und Kriegskameraden trennen, der ihm so manch Stück Wild, darunter gegen 30 Sauen, die er zu Stande gehetzt, hatte zur Strecke bringen helfen. Schärfe bis zur Tollkühnheit, grosse Passion und Spursicherheit sind die Vorzüge, die den kleinen, zirka neun Pfund schweren Burschen auszeichnen und die er mit gebrauchstüchtigen Hündinnen stets vererbt. Als Totverbeller gemeldet, holte er mehrere erste Preise auf den Schweiss-Suchen und kann heute auf eine ganze Reihe jagdtüchtiger Nachkommen in Deutschland und der Schweiz (hier hauptsächlich in Verbindung mit Hündinnen Wirth'scher Zucht) zurückblicken. Gleich ihm wurden drei seiner Söhne, in der Schweiz stehend, mit der Verbandsmedaille des D.G.T.K. ausgezeichnet: "Brummer Patria", "Zopp Weidmannsfreund" und "Schnurres v. Heggraben". |
"Klecks v.d. Abtshecke (rechts) S.H.S.B. 11982, |
"Dora v. Erdmannshöhe" (links) schwarzrot,
Kurzhaar, S.H.S.B. 12240 |
Die sehr schöne Hündin leistete beste Bau- und Schweissarbeit und brachte nach ihrem Zwingergenossen "Klecks" sehr tüchtige Gebrauchshunde. Ging dem damaligen Besitzer plötzlich (Gift?) ein, nachdem sie kurz vorher noch einen Tag und eine Nacht ununterbrochen an Dachs gearbeitet hatte und nur mit Mühe aus dem Bau gebracht werden konnte. |
Der Verbindung "Klecks/Dora" entstammen u.a: |
1. "Erda Trutzburg", schwarzrot, Rauhhaar, S.H.S.B. 16311, 2. Preis und Zusatzpreis Aarau 1923 und 2. Preis offenes Schliefen im gleichen Jahre. Gute, zuverlässige Bodenhündin, die, nachdem sie einen Wurf nach "Sieger Boy v. Höllberg" gebracht hatte, dem Besitzer, Herrn Furrer-Reif, Bremgarten, vergiftet wurde. |
2. "Roland Trutzburg", schwarzrot, Rauhhaar,
S.H.S.B. 12720 |
3. "Hussa Trutzberg", schwarzrot, Rauhhaar,
S.H.S.B. 20630 |
4. "Nigger Trutzburg", schwarzrot, Rauhhaar, von "Klecks" aus der "Heide v. Niedersachsen", konnte es im Jugendschliefen 1924 im halb voll Wasser stehenden Kunstbau nur auf H.L.E. bringen, trotzdem er vorher bereits zwei Füchse abgewürgt hatte. |
5. "Zange Trutzburg", hirschrot, Rauhhaar,
von "Klecks" aus "Mücke v. Dorisberg". |
6. "Schnurres v. Heggraben", schwarzrot,
Rauhhaar, S.H.S.B. 11983 |
7. "Susi von Uri", dürrlaubfarbig, S.H.S.B.
13099 |
8. "Zopp Weidmannsfreund", schwarzrot,
Rauhhaar, S.H.S.B. 11513 |
9. "Brummer Patria", schwarzrot, Rauhhaar,
359R |
Mit "Brummer" erwarb sich Walter Uhlig auch noch die prächtige rauhaarige "Helga Patria", deren wohlgelungene Photographie weiteren Kommentar über ihr Äusseres erübrigt. Äusserst lebhafte, bildschöne Hündin von selten schönen Formen und besonders bester Hinterhand. Vielfach auf Prüfungen ausgezeichnet mit Qualifikation "vorzüglich" dürfte sie, wenn in Basel ausgestellt, Anwartschaft für den Schweizerischen Siegertitel haben, da sie sich ihre Lorbeeren an unseren Prüfungen (1. Preis Schweissprüfung und 2. Preis offenes Schliefen 1924) geholt hat. |
"Hexli von der dunkeln Fluh", schwarzrot,
Rauhhaar, S.H.S.B.13731 |
Als zwei weitere gute Gebrauchshunde seien hier noch genannt: |
"Maus II v. Aarau" und ihr Sohn nach "Klecks" "Murx v. grünen Winkel", beide im Besitz von Herrn v. Hegner, Neuthal bei Bauma, die sich an der Schweissprüfung 1924 je 1. Preis unter 22 Hunden holten. |
An scharfem, roten Kurzhaarblut erwarb Schreiber
ds. gutes Zuchtmaterial vom bekannten Züchter Bembenneck in Ostpreussen,
dessen Zucht auf "Gib-Halslaut" basiert. Die kleine, leichte
"Schlange a.d. Niederung", S.H.S.B. 19051, machte am offenen
Schliefen 1923 1a Preis und Ehrenpreis und der rote kurzhaarige |
Im Zwinger unseres derzeitigen Kassiers, Oberförster Conrad in Burgdorf, stehen zur Zeit der bekannte schwarzrote rauhaarige "Rassel v. Geroldsegg", D.H.S.B. 3273W, ein sehr typischer und bestveranlagter "Helios v. Teckeltreu" Sohn (2. Preis Stöberprüfung 1924), infolge seiner erprobten Blutführung von sehr guter Zuchteignung, und der leichte"Horst v.d. Abtshecke". Ich bedaure, den Rüden "Rassel", der mütterlicherseits "Besigheimer"-Blut führt und namentlich im Profil sehr viel Ähnlichkeit mit "Lausbub Besigheim" hat, nicht im Bilde bringen zu können. Auch er sollte fleissig zur Zucht mit guten Hündinnen benutzt werden. Im vergangenen Jahre hatte Herr Conrad den Verlust seiner beiden vorzüglichen Hündinnen "Loni" (Wirth'scher Zucht) und der kleinen, leichten "Maus v. Rötelberg" zu beklagen, die beide im gleichen Dachsbau blieben. |
"Anni v. Oberpriel", T.St.B. 725R, im Besitz von Dr. Bitzel, Basel, schwarzrot, Rauhhaar, gehört zu den besten Hündinnen unseres S.D.C.-Bestandes, an der wenig zu tadeln ist. Als Gebrauchshündin hat sie sich vielfach ausgezeichnet, holte am offenen Schliefen 1923 1. Preis und Ehrenpreis und auf Schweiss zwei 2. Preise, ausser den im Bayerischen Dachshundklub errungenen hohen Preisen. |
"Hexe Buchonia", D.G.T.Stb. 99, hasenfarbig,
Rauhhaar |
Sieger "Boy v. Höllberg", pfeffer- und
salzfarbig, Rauhhaar, S.H.S.B. 14387 |
Im gleichen Besitze stehen noch die beiden roten Gebrauchsrüden "Edelmann", zwei 3. Preise im offenen Schliefen 1922 und 1923, und "Rigo". Unser renomierter alter Kurzhaarzüchter (hauptsächlich Braune und Tiger) P. Kühn hat mit der Erwerbung dieser Gebrauchshunde bewiesen, dass er nun auch dem "Krummbein der anderen Fakultät" sein volles Interesse entgegenbringt. Wie anzunehmen, wird er nun wohl in absehbarerZeit mit dem jagdlichen Nachwuchs an den Prüfungen aufmarschieren. Dass "Boy" bis dato an den Prüfungsschliefen nicht höher zensiert werden konnte, bedauern wir um des Hundes willen; denn er wäre in erster Linie der gegebene Prätendent für den Schweizerischen Siegertitel gewesen! |
"Lump III Reckenbühl", schwarztiger, Rauhhaar,
von "Zopp" aus "Vroni Reckenbühl" |
Die Langhaarigen sind im Hinblick auf ihre Beteiligung an den Prüfungen des S.D.C. lange Jahre das Sorgenkind gewesen, wenigstens ist mir selber aus den ersten Jahren meiner Zugehörigkeit zum S.D.C. nur ein Roter im Gedächtnis geblieben, der beim Schliefen vorzüglich abschnitt. Man kann diese betrübliche Tatsache nur lebhaft bedauern, denn gerade der langhaarige Dachshund, wenn zweckmässig durchgezüchtet, vereinigt die Gebrauchshundeigenschaften in schönster Harmonie, wie man, um nur ein Beispiel zu nennen, an Sieger "Stropp v. Fuchsenstein" sieht: Nase, Schärfe und Passion. |
Das Verdienst, die Varietät, seine Lieblingsrasse, in der Schweiz auch jagdlich wieder zu Ehre und Geltung zu bringen, gebührt in erster Linie Kunstmaler F. Schott, Basel, dessen hier abgebildeter bekannter Ausstellungssieger "Pic Boby", S.H.S.B. 6926, der als Stammvater der meisten schweizerischen Langhaarigen gelten kann, wunderbar in Form, mit feiner Nase, Wasserpassion, war er leider für den Bau etwas zu schwer. Durch richtige Zuchtwahl der Hündinnen aber gelang es F. Schott bald, die Nachzucht auf die richtige Grösse zu bringen, die in den jetzt von ihm geführten beiden Hündinnen "Pic Hexe" und "Pic Lili" erreicht ist. |
"Ilka Kickbusch", schwarzrot, leicht, S.H.S.B.
6224 |
Im Zwinger "Pic" stehen zur Zeit und werden jagdlich geführt: "Pic Lili" und ihre Tochter "Pic Hexe", zwei schwarzrote famose Hündinnen von ganz ausgezeichneten Typ, edel in Form und mit der für den jagdlichen Gebrauch richtigen schlichten Behaarung. |
"Pic Lili", D.H.St.B. 1751X, schwarzrot,
Inzucht aus "Ilka Kickbusch" nach ihrem Sohne "Pic Boby" |
"Pic Hexe". D.T.St.B. 21/34 L, aus "Lili" nach "Nero v.d. Wenkenhalde" 17/34 L, holte 2. Preis mit 114 Punkten im offenen Schliefen 1924. |
Eine erstklassige Hündin Schott'scher Zucht ist auch "Pic Diana", rot, S.H.S.B. 9090, im Besitze unseres bekannten Deutsch Kurzhaar und Gebrauchsteckelmannes J. Honegger, Bremgarten, dessen grosser Verdienste um den S.D.C. an dieser Stelle ebenfalls dankbar gedacht sei. Als beliebter und sachverständiger Richter muss er im Verein mit unseren alten Stützen Schatzmann und Bruggisser "immer wieder heran", und im Interesse des Clubs wird dann in entgegenkommender Weise gern vergessen, dass "man auch noch einen anderen Beruf" hat. Tantum quantum possum! heisst's bei ihnen. Weidmannsdank! |
"Pic Diana" ist äusserst passionierte Gebrauchshündin über dem Boden und stöbert hervorragend, erhielt an den Stöberprüfungen 1918 2. Preis uns 1921 und 22 je 1. und Ehrenpreis, sowie den 1. Preis der Gebrauchsprüfungsklasse Luzern 1923. |
"Schrimm v. Habichtshof", schwarzrot, S.H.S.B.
13716 und D.T.St.B. 305, |
"Mutz v. Mettenberg" schwarzroter Rüde mittleren Schlags des gleichen Besitzers, Schweissprüfung 1924 2. Preis mit 42 Punkten. |
Unserem alten Langhaarzüchter, Stationsvorsteher Rüttimann, Leissigen, fehlen leider Zeit und Gelegenheit zur jagdlichen Betätigung, bleibt also vornehmlich Zwinger "Pic" die dankbare Aufgabe, die Frequenz des Langhaar-Gebrauchsteckels an unseren Prüfungen durch fleissige Nachzucht zu fördern und dem seitherigen Steifkind die wohlverdiente Nachachtung verschaffen zu helfen. |
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Daraufhin mein Weidmannsheil der schweizerischen Gebrauchteckelsacheund ihren Fördern! |
Anmerkung vom 25. April 2003 A. Ziegler aus Bern war wohl einer der namhaftesten Vorstandsmitglieder des SDC. In den Unterlagen der ersten Stunde findet man zum ersten Mal seinen Namen auf der Präsenzliste des Protokolls der 8. ordentlichen Generalversammlung vom 7. März 1909. Diese Generalversammlung wurde im Restaurant „Zum weissen Wind“ in Zürich abgehalten. Das Restaurant existiert noch heute und ist an der Oberdorfstrasse 20 beheimatet. Er züchtete rauhaarige Dachshunde unter dem Zwingernamen „Trutzburg“. Sein erster Wurf wurde im Band XXI eingetragen. Unter der SHSB-Nr. 12720 findet man folgenden Eintrag: 12720 Roland-Trutzburg R, rauhh. Hier ist anzumerken, dass zur damaligen Zeit der Eintrag in das Schweizerische Hundestammbuch (SHSB) auf freiwilliger Basis erfolgte. Nach jeweiligem Gutdünken veranlasste ein Züchter oder Besitzer den Eintrag eines Hundes, oder eher selten eines ganzen Wurfes, in das SHSB. Viel Überzeugungsarbeit seitens der damaligen, weitsichtigen Kynologen war erforderlich um aufzuzeigen, dass nur ein lückenloses SHSB als Nachschlagewerk für eine ernsthafte Zucht Sinn machen würde. So wurden viele „reinrassige „ Dachshunde nicht in das SHSB eingetragen. Damals spielte dies auch keine Rolle, denn man durfte, ohne Kontrolle eines Rasseklubs oder der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG), nach persönlich seelig machender Fasson, in absoluter Freiheit züchten. A. Ziegler wurde im Jahre 1913 zum Kassier und 1914 zum Aktuar gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1925 inne. 1926 wurde A. Ziegler zum Vize-Präsident erkoren. 1927 wurde er zum Präsidenten des SDC gewählt. Sein Nachfolger war vermutlich M. von Hegner aus Neuthal der um 1940 das Amt des Präsidenten bekleidete. Leider sind die Unterlagen zwischen 1930 und 1960 nur noch lückenhaft vorhanden, so dass sein Werdegang nur unvollständig rekonstruiert werden kann. Es darf somit angenommen werden, dass A. Ziegler ein Vierteljahrhundert aktiv im Vorstand des SDC tätig war. Robert Osterwalder |
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